Allgemeine Infos

Streckenbeschreibung

Von den beiden Werraquellen am Rennsteig des Thüringer Waldes bis zur Wesermündung führt über knapp 306 km ein reizvoller, familienfreundlicher und gut beschilderter Fernradweg: der Werratal-Radweg. Er besticht durch die schönen und abwechslungsreichen Landschaften von Thüringer Wald, Thüringer Rhön, Werrabergland, Hainich, Meißner und Kaufunger Wald, aber auch durch die vielen interessanten und attraktiven Kulturstädte und -städtchen und die fachwerkbunten, gastfreundlichen Dörfer entlang des Flusses.

Der Rennsteig-Radweg verbindet die beiden Werraquellen Fehrenbach und Siegmundsburg, die man vom Bahnhof Neuhaus am Rennweg auf ca. 750 m-Rennsteighöhe am besten erreichen kann. Von der Eisfelder Ausspanne nahe der Fehrenbacher Quelle aus geht es bergab nach Eisfeld, wo einst der Dichter Otto Ludwig lebte und wirkte. Die kleine "Klassiker"stadt Hildburghausen mit ihrem sehenswerten Renaissancestadtkern kann auf eine reiche (Kultur-)Geschichte zurückblicken. Im Kloster Veßra mit seiner stolzen Basilika lädt das Henneberger Landesmuseum mit seinen aus allen Teilen Thüringens umgesetzten Fachwerkhäusern auf einem großem Freigelände zu einem Halt ein.

Durch das schöne Städtchen Themar mit seinen vielen Mauern und Türmen und den Kulturlandschaftspark Oberes Werratal führt der Werratal-Radweg dann in die weltbekannte Theaterstadt Meiningen, in der Kunst oder Küche (Thüringer Klöße) auf den Radler warten - beides vom Feinsten und reichlich serviert. Dann geht es weiter nach Walldorf mit Kirchenburg und Märchenhöhle, in die Karnevalsmetropole Wasungen und rund herum um die kuppenreiche Vorderrhön bis nach Breitungen, das die Rhön mit dem Thüringer Wald über den Breitunger Rennsteig verbindet.

In Bad Salzungen beginnen dann die Salzvorkommen, die das Leben und die Wirtschaft im Werratal nachhaltig geprägt haben. Zeugnis davon legen das Jugendstil-Gradierwerk und das rustikale Keltenbad ab. Weiter westlich ragen wuchtige Steinsalzhalden und Schachtanlagen hoch über das Kalirevier hinaus. Ein Besuch im Erlebnisbergwerk Merkers (wo man auch unter Tage radeln kann) und eine Besichtigung des Werrakali-Bergbaumuseums in Heringen sollten unbedingt auf dem Tourenplan stehen. Vom "Monte Kali", dem höchsten der "weißen" Berge, einer weithin sichtbaren, begehbaren Steinsalzhalde aus, hat man einen weiten Blick über die Rhön und den Thüringer Wald.

Die Werraaue zwischen Gerstungen und Eisenach ist weit und reich an seltenen Naturschönheiten, gut verteilt am Grünen Band.

Radler, die nach Eisenach wollen, nehmen in Hörschel, dem Ort des Rennsteigbeginns, den Herkules-Wartburg-Radweg. Er führt bis auf die UNESCO-Welterbestätte Wartburg. Vor der steilen Auffahrt kann man das Rad abstellen, sich die Museen und Ausstellungen in Bachs Geburtsstadt anschauen oder einfach den Charme der Wartburgstadt genießen.

Zurück am Fluss ist Creuzburg schnell erreicht, wo die gleichnamige Schwesternburg der Wartburg über der Aue thront. Nach Mihla und Treffurt mit seiner Burg Normannstein erreicht man dann die hessischen Fachwerkperlen Eschwege, Bad Sooden-Allendorf und die Kirschenstadt Witzenhausen, allesamt ein (längeres) Verweilen wert.

In Wanfried kann man erleben, dass die Werra einst schiffbar war. An der Schlagd, dem historischen Werrahafen, ist mittlerweile eine kultige Radlerrast entstanden.

Eschwege hat wirklich Flair - nicht nur beim Open Flair, dem Festival, das alljährlich Tausende Rock- und Independent-Musikfreunde aus dem ganzen Land in die hessische Werrametropole zieht. Hier kam 1931 Rolf Hochhuth, einer der wichtigsten und zugleich streitbarsten Schriftsteller der Bundesrepublik zur Welt.

Bad Sooden-Allendorf folgt im Werraverlauf. Eindrucksvoll sind die hübschen Fachwerkbauten rund um den romantischen Kurpark. Über 1.000 Jahre wurde hier aus Sole Salz gesiedet. Das Gradierwerk und die WerratalTherme legen noch heute davon Zeugnis ab und bieten gesunde Erholung und Wohlbefinden. Wilhelm Müllers berühmtes Gedicht Der Lindenbaum, vertont von Franz Schubert zur unvergleichlichen Volksweise Am Brunnen vor der Tore ist hier am Steintor entstanden.

Witzenhausen ist die Kirschenstadt im Werratal. Jährlich in der ersten Maiwoche wird die Landschaft rund um die Stadt in ein weißes Paradies verwandelt - Tausende Kirschbäume blühen dann und liefern bald darauf herrliche Kirschen. Die Kirschenkönigin wacht über diese Pracht.

Witzenhausen ist aber auch eine Hochburg landwirtschaftlicher Experten - ein Studienseminar der Universität Kassel und ein landwirtschaftliches Bildungszentrum garantieren beste Nachwuchsförderung für Grüne Berufe weltweit.

Am Ziel in Hann. Münden kann die Reise nach Lust und Laune über den Weser-Radweg Richtung Meer oder über den Fulda-Radweg ins Hessische Bergland fortgesetzt werden. Davor ist allerdings ein Rundgang durch die schöne Fachwerkstadt angeraten. Mit dem Welfenschloss beginnt die Weserrenaissance. Überall im Stadtzentrum ist Wasser themasiert - die Wasserspuren waren ein externes EXPO-Projekt.

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Wir sehen uns hoffentlich bald?!