Ortsverzeichnis: Gerstungen

Ansicht GerstungenGerstungen war früher Amtsort und Marktflecken. Bereits 744 wird es als Königshof erwähnt. Von dieser Bedeutung zeugen die Schlossanlage und der Markt mit dem Storchenbrunnen.

Ein weiteres dominierendes Bauwerk ist die Kirche im Ortsteil Untersuhl in Form eines weitgerundeten Turmes mit repräsentativem hohen Dachaufsatz.

Wegemäßig gut erschlossen ist der ausgedehnte Gerstunger Wald. Hier empfiehlt sich eine Kurztour in das Kohlbachtal.

Im Ortsteil Neustädt ist der Dorfplatz mit (junger) Linde, Ziehbrunnen und Kirche sehenswert.

Der Ortsteil Sallmannshausen ist ein altes Bauern- und Fischerdorf. Die Kirche gilt bezüglich ihrer Ausstattung als interessant. Im Ort beginnt der "Sallmannshäuser Rennsteig", der zum eigentlichen Rennsteig führt.

Der Ortsteil Lauchröden liegt am Fuße der wohl schönsten Burgruine in Thüringen, der Brandenburg. Sie ist als Doppelburg angelegt, wird laufend liebevoll saniert und als Schauplatz eindrucksvoller Feste und Veranstaltungen genutzt.

Das Dorf hat immer den einst dort wohnenden Herren gehört. Als die Burg verfiel, entstanden mehrere Adelsgüter im Dorf. Zwei Gutshäuser sind noch erhalten. An das Repräsentationsbedürfnis der Adligen erinnert die stattliche gotische Martinskirche mit hohen Maßwerkfenstern und massivem Turm.

Allen Orten gemeinsam ist, dass noch viel Fachwerkarchitektur erhalten blieb.

Sehenswertes:
Werratalmuseum im Schloss Gerstungen mit Sammlung der Werratalkeramik
Fachwerk-Marktecke mit Storchenbrunnen in Gerstungen
Rundkirche in Untersuhl
Dorfplatz mit Ziehbrunnen in Neustädt
Dorfplatz mit Linde und Kirche in Sallmannshausen
Dorfplatz mit Martinskirche, Gutsherrenhaus und Dorflinde in sowie Brandenburg bei Lauchröden
Das Gerstunger Schloss beheimatet das WerratalmuseumWerratalkeramikDie Untersuhler Rundkirche
Eine Rarität - die Rundkirche in UntersuhlDorfplatz Neustädt mit Ziehbrunnen

Geschichte

Gerstungen und Untersuhl
Die erste urkundliche Erwähnung Gerstungens ist eng verbunden mit der Gründung des Klosters Fulda und datiert auf das Jahr 744 zurück. Die Zugehörigkeit zur Abtei Fulda prägte über Jahrhunderte hinweg die Geschichte der Gemeinde.
Erst 1402, knapp 700 Jahre nach seiner ersten Erwähnung, fällt Gerstungen als Lehen an den Landgrafen von Thüringen. Gerstungen nahm von da an immer eine Grenzposition zwischen den Herrschaftsgebieten ein.
Besonders bedeutend für den Ort war die Entwicklung der Eisenbahn. Nachdem im September 1849 die erste Lock im Gerstunger Bahnhof hielt, stieg die Region schnell zum Eisenbahnknotenpunkt auf, denn Gerstungen verband die Zuglinien von Halle nach Kassel. Dies ging einher mit der Ansiedlung von Bahnbeamten und weiterem Gewerbe. Großzügige Bürgerhäuser entstanden und Gerstungen entwickelte seinen kleinstädtischen Charakter.

Doch mit der Teilung Deutschlands nach dem Zeiten Weltkrieg wurden die Verbindungen in den Westen zerrissen. Gerstungen erlangte durch seinen Grenzbahnhof traurige Bekanntheit. Heute, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, ist Gerstungen größter Wohn- und Industriestandort der Region und wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Gerstungen ist Verwaltungssitz und Kernort der Einheitsgemeinde, die sich 2004 aus dem bis dahin selbständigen Ortschaften Lauchröden, Oberellen, Unterellen und Gerstungen bildete. Neustädt und Sallmannshausen gehören seit Anfang der 90iger Jahre zu Gerstungen.

Die Geschichte Untersuhls ist eng mit der Gerstungens verbunden, gleichwohl wurde es bereits 1959 eingemeindet. Im 12. Jhd. verliefen wichtige Heer- und Handelsstraßen der damaligen Zeit durch das Gemeindegebiet, auch durch die Gemarkung Untersuhl. In dem kleinen Ort entstand daher wahrscheinlich eine Zollerhebungsstelle oder eine Warte, aus der durch Umbauten im 16. Jhd. die Untersuhler Kirche wurde. Vom heutigen Kirchturm aus bestand damals Sichtkontakt mit dem Turm des Gerstunger Schlosses. Durch ihre runde Bauweise zählt die Untersuhler Rundkirche zu den ungewöhnlichsten Kirchen Thüringens. Sie steht im denkmalgeschützten Ortskern, der vor allem durch seine bis zu 400 Jahre alten Fachwerkhäuser besticht.

Angebote

Besichtigung des Werratalmuseum mit Rastmöglichkeit im Schloss Gerstungen

Unter dem dichten Blätterdach der Kastanien im Schlosshof finden Besucher einen lauschigen Rastplatz mitten im Herzen Gerstungens. An sonnigen Tagen können die Gäste hier ihre Gedanken schweifen lassen, den Störchen zusehen oder eine zünftige Brotzeit genießen. Doch nicht nur das. Denn in den historischen Mauern des Schlosses ist das Werratalmuseum untergebracht, wo es ein Stück Geschichte zu erleben gibt.

Werratalmuseum
Sophienstraße 4
99834 Gerstungen
Telefon: 036922-31433
Email: museum@gerstungen.de
Internet: Werratalmuseum

Öffnungszeiten:
vom 1. Mai bis zum 31. Oktober täglich von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, darüber hinaus nach Vereinbarung.

Gemeindeverwaltung Gerstungen

Wilhelmstraße 53
99834 Gerstungen
Telefon: Tel. 036922/2450
Fax: Fax 036922/24550
E-Mail: info@gerstungen.de
Internet: http://www.gerstungen.de

Service

Informationen zu den touristischen Angeboten in Gerstungen und in den Ortsteilen Lauchröden, Ober- und Unterellen, Untersuhl, Sallmannshausen und Neustädt