Alte Werrabrücke Obermaßfeld

Obermaßfeld-Grimmenthal

Obermaßfeld

Der alte Brückenort Obermaßfeld liegt ca. 6,5 km südöstlich von Meiningen im Werratal. Als „Mahesfeld“ wurde der Ort 837 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Name Obermaßfeld ist seit 1629 urkundlich nachweisbar. In der Zeit von 1378 bis 1696 wird der Brückenort als die bedeutendste Zollstätte der Grafschaft Henneberg genannt. Ackerbau und Viehzucht waren bis ins 19. Jahrhundert die Haupterwerbsquellen der Einwohner, die nur dem Landesherren unterstellt waren und an diesen, bzw. dem Amt, die entsprechenden Abgaben zu leisten hatten. Sehenswert sind zweifelsohne die sogenannten „Hillhöfe“, welche im Mittelalter die schönsten Höfe im Ort waren, die alte Wehrkirche mit Torturm und Resten der ehemaligen Ringmauer, die nach der Zerstörung durch Meininger Bürger wieder aufgebauten Gaden, das Wirtshaus auf dem Plan, das Gemeindebadehaus und die alte Dorfschmiede.

Im Zentrum des Ortes befindet sich die alte Wehrkirche mit dem Torturm. Der Lindenplatz neben dem Torturm ist der schönste Platz des Ortes. Hier wurden Gemeindeversammlungen, Märkte und Rechtssprechungen abgehalten. Am steinernen Gerichtstisch fand jährlich am 22. Februar das Petersgericht statt. In der Lindenmauer ist ein runder Maßstein aus dem Jahre 1525 mit sechs verschiedenen Getreidemaßen zu sehen. Hier wurde das Getreide zum Verkauf bzw. zur Abgabe an den Landesherren gemessen. Schon im Mittelalter hatte Obermaßfeld von den Grafen von Henneberg das Marktrecht erhalten. Die Lindenwirte und das Wirtshaus wurden 1458 urkundlich erwähnt. Sie gelangten durch die zahlreichen Fuhrleute, Händler und Marktleute zu Wohlstand und Ansehen. Auch heute noch ist das alte Wirtshaus eine beliebte Gaststätte mit Herberge.

Die Werrabrücke mit der Brückenkapelle gehört zu den schönsten Baudenkmälern des Landkreises. Sie wurde in der Zeit von 1531 bis 1534 erbaut und war für die verkehrstechnische Anbindung der Handelswege zwischen Obermaßfeld und dem Frankenland von großer Bedeutung. Die Brücke wurde aus den Einnahmen der Wallfahrt von Grimmenthal finanziert. Die kleine spätgotische Brückenkapelle mit ihrem Glockentürmchen stand bereits vor dem Bau der steinernen Werrabrücke am Flussübergang. Sie diente den vorüberziehenden Fuhrleuten, Händlern und Pilgern als Betkapelle. Die Jahreszahl 1534 auf dem hennebergischen Wappen bezieht sich auf die Vollendung des Brückenbaus.

Grimmenthal

Nördlich von Obermaßfeld befindet sich der frühere Wallfahrtsort Grimmenthal. Dort stand in früher Zeit ein Marienbild, das angeblich wundertätig sein sollte. Dadurch entwickelte sich diese Stätte zu einem berühmten Wallfahrtsort. 1498 wurde hier eine Walfahrtskapelle eingeweiht. Diese Kultstätte war eine erhebliche Einnahmequelle der Henneberger Grafen. Bereits um 1531 hatte der Graf von Henneberg eine dauernde Pflege für bedürftige Personen in Grimmenthal gegründet und im Jahre 1536 ein Hospital für Arme geschaffen. Die Reformation brachte um 1536 das Ende für den Wallfahrtsort. Aus dem Spital wurde nach 1945 ein Feierabendheim, welches bis 1990 bestand.

 

Heute verfügt Obermaßfeld-Grimmenthal (VG Dolmar-Salzbrücke) über verschiedene Gewerbebetriebe, eine Regelschule sowie eine Kindertagesstätte. Obermaßfeld-Grimmenthal ist über die B 89 sowie die A 71 zu erreichen. Der Bahnhof Grimmenthal ist als Knotenpunkt einer Nord-Süd sowie einer Ost-West-Bahnverbindung einer der bedeutendsten in Südthüringen. Durch diese günstige Lage können von Obermaßfeld aus verschiedene reizvolle Ziele der Umgebung in relativ kurzer Zeit erreicht werden. Genannt seien hier beispielsweise die Stadt Meiningen (Theater, Dampflokwerk, Götz-Höhle), der Wintersportort Oberhof sowie der Ort Bauerbach mit seiner einmaligen Naturtheaterbühne.