Kirchenburg mit Hutturm Vachdorf

Vachdorf

Der Ort Vachdorf (VG Dolmar-Salzbrücke) liegt am südlichen Ufer der Werra, etwa 16 km südöstlich von Meiningen und ist über die B 89 oder mit der Werrabahn Meiningen–Eisfeld zu erreichen. Nachbargemeinden sind Jüchsen, Neubrunn, Belrieth, Leutersdorf, Marisfeld und Ellingshausen. Den schönsten Blick auf Vachdorf und das Obere Werratal hat man vom Krayenberg (417 m), mit der weithin sichtbaren Schutzhütte.

Vachdorf wurde 840 erstmals urkundlich als „Fachedorp“ erwähnt, das bedeutet „Dorf an dem Fach“ (Wasserwehr). Im 9. Jahrhundert war Vachdorf fränkisches Königsgut. Im Jahr 883 schenkte Kaiser Karl der Dicke Reichslehen in der Gemeinde dem Hochstift Würzburg. 1542 gelangte Vachdorf an die Grafen von Henneberg und ab 1680 zum Herzogtum Sachsen–Meiningen.

 

Das Dorfbild ist geprägt von vielen Bauernhöfen und Fachwerkhäusern, besonders aber von der mittelalterlichen Kirchenveste, die aus einer Wasserburg entstand. Nur noch das Turmfundament der jetzigen St.-Trinitatis-Kirche stammt aus dem Jahr 920. Ringmauer, Brustwehr, Gaden, Gewölbekeller, Hut- und Torturm vermitteln auch heute noch dem Besucher ein eindrucksvolles Bild von der Historie dieser mittelalterlichen Wehranlage. Ebenso sehenswert ist das Innere der Kirche (geweiht 1633) mit den im Renaissancestil reich verzierten Emporen, der Facettendecke, dem barocken Kanzelaltar und dem Taufstein.

Das kulturelle und gesellige Leben der Gemeinde wird heute von mehreren Vereinen gepflegt und gestaltet. Höhepunkte sind jährlich die närrische Karnevalszeit mit Büttenabend, das Kraynfest, das Johannisfest, das Sportfest oder wenn der Trachtenverein zum Backhausfest einlädt. Im Spätherbst trifft sich Alt und Jung zur drei Tage andauernden Trachtenkirmes.

Bis heute bildet die landwirtschaftliche Produktion, betrieben als ökologischer Landbau, den Haupterwerbszweig der Gemeinde.