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Ruine Brandenburg, Lauchröden

Westlich von Eisenach thront die größte romanische Doppelburg Thüringens über dem Werratal: die Burgruine Brandenburg. Sie besteht aus einer Ostburg und einer Westburg.

Die Westburg diente wohl zunächst als Vorburg für die östliche Hauptburg. Zwischen den beiden später getrennten Anlagen befindet sich ein Graben. Während von der Westburg neben Mauerresten nur noch der 23 Meter hohe Bergfried und das Tor erhalten sind, ist auf der Ostburg die Anlage deutlich nachvollziehbar. Der Wohnturm und Reste eines Palas zeugen davon, dass hier einst eine bedeutende Familie ihren Sitz hatte.

Auch der sechseckige Bergfried, aus Buckelquadern gemauert, deutet auf einen hohen Anspruch des Bauherrn. Im Mittelalter saßen hier die Grafen von Wartberg. Sie standen als Burggrafen der Wartburg im Dienst der Landgrafen von Thüringen. Mit der Brandenburg hatten sie einen Sitz inne, der nicht nur als Bauwerk von Bedeutung war.

Die Burg liegt unmittelbar am Verlauf der Via Regia, der bedeutenden mittelalterlichen Handelsstraße zwischen Frankfurt am Main und Osteuropa. Außer ihrem Burggrafenamt hatten die Grafen das Recht, ankommende Handelszüge gegen Entgelt sicher nach Eisenach zu geleiten – eine lukrative Einkommensquelle angesichts des Verkehrs auf dieser Handelsroute.

Im 15. Jahrhundert verliert sich die Spur der inzwischen bedeutungslos gewordene Grafenfamilie. Es setzte ein Verfall der Anlage ein, der erst im 19. Jahrhundert mit dem wachsenden Interesse an Ruinen aufgehalten wurde. Großherzog Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach ließ 1841 „das unbefugte Ausbrechen von Bausteinen“ verbieten.

Die Burganlage ist frei zugänglich. Führungen nach Vereinbarung

Kontakt

Werratalverein / Zweigverein Brandenburg e.V.
Waldstraße 13
99834 Gerstungen / OT Lauchröden

Telefon: +49 (0) 36927 90788